Wer begriffen hat, dass es drängt die Welt zu ändern, der steh’ auf und fasse Mut. („le chiffon rouge“)

Nachruf für Bernd Janke (14.2.1939 – 3.11.2007)
Wer begriffen hat, dass es drängt die Welt zu ändern, der steh’ auf und fasse Mut. („le chiffon rouge“)

Bernd Janke

 

Am Samstag, dem 3. November 2007 hat Bern Janke uns immer verlassen - mit 68 Jahren viel zu früh. 

 

Mit Bernd haben wir so oft diese Zeilen aus „Le Chiffon Rouge“ gesungen. Es war eines seiner Lieblingslieder und charakterisiert  Bernd treffend:

 

Kämpfer für eine neue Welt,

mitreißender Musiker,

Antifaschist,

Mitstreiter für eine lebenswerte Umwelt,

streitbarer, launiger, bissiger, witziger und liebenswerter

Moderater der Montagsdemonstration,

liebevoller Großvater,

langjähriger Freund

und Genosse,

 

Bernd war Montagsdemonstrant der ersten Stunde. Als Moderator und Geiger hat er auch über Duisburg hinaus die ganze Montagsdemonstrationsbewegung maßgeblich mit geprägt. Voll Überzeugung und Wut gegen die herrschende Regierungspolitik rief Bernd Montag für Montag am Ende der Demonstration aus: „Maggi Merkel es sei dir gesagt: Wir sind das Volk und Du, du bist die Magd!“

 

Die Erwerbslosen in Duisburg verlieren mit ihm einen unbeugsamen Helfer. Unter dem Motto:„Wer keine Politik macht, mit dem wird Politik gemacht!“ hat Bernd den Verein „Erwerbslose helfen Erwerbslosen“ mitgegründet. Über 100 Hartz IV-Betroffene hat er zur ARGE, zur Agentur für Arbeit und zum Arbeitsgericht begleitet und so manchen für den Widerstand auf der Straße gewonnen.

 

Am Montag, den 15.10. stand er selbst vor Gericht. Wegen „Hausfriedensbruch“ hatten ihn die städtische Duisburger Verkehrsgesellschaft DVG angeklagt. Mit einer spontanen „Probefahrt-Aktion“ hatte er sich gemeinsam mit anderen Montagsdemonstranten für den DU Pass und ein Sozialticket für die über 70.000 armen Menschen in Duisburg eingesetzt. Diese angebliche Straftat trug maßgeblich dazu bei, dass die Einführung des DU-Pass von immer mehr Menschen gefordert wird und zum Thema in der Kommunalpolitik geworden ist.

 

Bernd hat vor Gericht die Sache beim Namen genannt: hier soll die gesamte Montagsdemo-Bewegung kriminalisiert werden. Selbstbewusst hat er deshalb auch die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße abgelehnt.

 

Das ganze Leben war Bernd politisch aktiv. Stets hat man bei ihm eine tiefe innere Empörung über die schreienden Ungerechtigkeiten des Kapitalismus gespürt und zugleich die große Sehnsucht nach einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Enttäuscht von der SPD kam Bernd zu der Überzeugung, dass nur eine revolutionäre Veränderung der Welt etwas Grundlegendes für die Massen verändern wird. So entschied er sich im Alter von 66 Jahren Mitglied der MLPD zu werden und für den Sozialismus zu kämpfen. Im Bundestagswahlkampf 2004 war Bernd einer der aktivsten Unterschriftensammler und ein Motor des Kulturlebens unserer Wählerinitiative. Mit auf seine Initiative entstand daraus der Chor „Todo cambia“, der seitdem unser kulturelles Leben im Kreis und darüber hinaus bereichert.

 

Mit seinen unzähligen Verbindungen, Kontakten, Freundschaften und Fähigkeiten war er ein wichtiger Aktivposten für den Zusammenschluss vieler Menschen im Kampf für ihre Interessen und für den Sozialismus.

 

Als begnadeter Musiker vermochte er es die Menschen mitzureißen. Sein Fable für irische Musik, seiner Gabe bissige und politische Texte zu dichten waren Ausdruck, wie sein politischer Kampf und sein Leben eins waren.

 

Bernd fehlt uns und er reißt eine große Lücke. Wer soll sie schließen? Bernd hätte uns geantwortet: „Ihr müsst das machen – wer denn sonst?“

 

Die Genossen und Freunde von REBELL, Rotfüchsen und MLPD aus Duisburg und vom Niederrhein

 

Eine Gedenkfeier findet statt:

am Samstag, den 17. November 2007 um 15.00

   im Gemeindesaal der Evangelischen  Gemeinde Duisburg - Hochfeld

Johanniter Str. 145 in Duisburg Hochfeld.

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