Schwerer Chemieunfall in Duisburg
Schwefeldioxid ist schwerer als Luft, kriecht auf dem Boden entlang und taucht, zum Teil vom Winde verweht, an völlig unerwarteten Stellen wieder auf. 238 Feuerwehrleute (die nach einer Stunde das Leck schließen konnten), 50 Ordnungsamt-Mitarbeiter, 30 vom Technischen Hilfswerk und 150 vom DRK waren zur Stelle, von der Einsatzleitung aus Behörden und Werksleitung allerdings aber miserabel informiert. So wurden Polizeibeamte so dicht am Unfallort eingesetzt, dass sie selbst verletzt wurden.
Anwohner berichten voll Angst und Empörung, dass von einer raschen Information und organisierten Evakuierung nicht die Rede sein konnte. Kaum war jedoch das Gas ausgetreten und die weitere Entwicklung überhaupt noch nicht absehbar, sprachen Werksleitung und Ordnungsamt unter anderem in Radio-Durchsagen davon, dass "für die Bevölkerung keinerlei Gefahr besteht".
Bei 50 Anwohnern kam es aber zu Atemwegsreizungen, 20 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. 150 mussten ihre Wohnungen verlassen. Zurecht fordern die Anwohner eine lückenlose Aufklärung, weitere Sicherheitsmaßnahmen und die Einstellung der Schwefeldioxid-Übergabe in dicht besiedelten Wohngebieten.
