Faschistische Aufkleber gegen Ärztezentrum in Duisburg

11.06.07 - Dazu heißt es in einer Erklärung des Medizinischen Versorgungszentrums Duisburg-West an die demokratische Öffentlichkeit und die Medien:

In der Nacht zum Sonntag, 10. Juni 2007, wurde unser Wohn- und Praxisgebäude in Duisburg-Rheinhausen in der Siegfriedstraße 9 mit faschistischen Aufklebern versehen. Auf das Praxisschild unseres Medizinischen Versorgungszentrums wurden Aufkleber mit dem Inhalt: "Nationale Sozialisten - bundesweite Aktion", "Nationalsozialistischer Widerstand" und  "Feuer und Flamme der neuen Weltordnung" geklebt, auf die Haustür "Zukunft statt Globalisierung - dem Unrecht ein Ende - Nationaler Widerstand!"

Auf allen Aufklebern prangte als Urheber die Internet-Adresse www.widerstand.info und eine Postfachadresse aus Dortmund als Impressum. Hinter der Internetseite verbergen sich bekannte Faschisten wie Christian Worch, faschistische "Kameradschaften" und die "Jungen Nationaldemokraten" der NPD, die dort aber nicht offen als solche auftreten. Im Zusammenhang von Texten und Fotos wird es aber eindeutig. Die miesen Methoden, mit "Protest" zum 1. Mai und anlässlich des G8-Gipfels sich scheinbar links und antikapitalistisch zu geben, dies aber dann auf die faschistischen Mühlen zu lenken, scheint eine neue Strategie der Neonazis zu sein.

Ich selbst bin in Rheinhausen als Arzt, Antifaschist, Umweltschützer und Repräsentant der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) bekannt, für die ich zuletzt 2005 auf der Landesliste NRW zu den Bundestagswahlen kandidiert habe. Letzte Woche brannte der Wagen der MLPD-Stadträtin Ina Korntreff in Wolffen nach einem faschistischen Brandanschlag aus, nachdem zuvor bereits ein Brandanschlag auf ihr Wohnhaus verübt worden war.

Sicher sind Nazi-Aufkleber und Brandanschläge nicht in ihrer Schwere vergleichbar, zeigen aber doch jeweils die Methode der Faschisten, sich gezielt Repräsentanten des konsequenten Antifaschismus und einer wirklich von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft "vorzunehmen". So lassen sie auch im Internet offen "Todeslisten" kursieren mit Namen und Adressen von Antifaschisten, die sozusagen für den faschistischen Terror "freigegeben" sind.

Ich fordere die konsequente Untersuchung und Verfolgung aller faschistischen Straftaten und Bedrohungen und vor allem das sofortige Verbot aller faschistischen Parteien und Organisationen und ihrer Propaganda!


Dr. med. Günther Bittel

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