"Nokia: Entschlossener Kampf um jeden Arbeitsplatz! Die Schließung muss vom Tisch – ohne Wenn und Aber!"

16.01.08 - Unter dieser Überschrift erschien heute ein aktuelles Flugblatt der MLPD, das wir hier dokumentieren:
"Nokia: Entschlossener Kampf um jeden Arbeitsplatz! Die Schließung muss vom Tisch – ohne Wenn und Aber!"

Breite Solidarität bei der heutigen Protestkundgebung vor dem Nokia-Werk

Aufregung, Wut, Tränen und helle Empörung: Nokia will das Handy-Werk in Bochum schließen! Noch über Weihnachten wurden Sonderschichten gefahren, der Arbeitsdruck auf die Kolleginnen und Kollegen enorm erhöht – und die Bosse hatten die fertigen Stilllegungspläne längst in der Tasche! "Jahrelang haben die uns erzählt, wenn wir nachgeben, geht es aufwärts. Bei Nachtschichtzuschlägen und Wochenendarbeit und, und, und ... Es geht aufwärts, aber nur mit den Gewinnen, nicht für uns." "Nur weil die sich woanders noch höhere Gewinne erhoffen ...", so zwei Nokia-Beschäftigte.

Die Kollegen wurden gestern auf Versammlungen zu Schichtbeginn informiert. Aber keiner kam überhaupt in die Produktionshallen rein. Sie wurden nach der Versammlung nach Hause geschickt. Da sage noch einer, die Geschäftsleitung habe keine Angst! Der Eingang von Nokia sieht inzwischen aus wie ein Hochsicherheitstrakt ... Diese Einschüchterungsversuche sind unverschämt, unerträglich und müssen sofort beendet werden!

Die Kolleginnen und Kollegen spüren: Jetzt muss konsequent geantwortet und der Kampf um jeden Arbeitsplatz aufgenommen werden! Tausende stehen auf der Abschussliste, was aus den Familien wird, kümmert das internationale Übermonopol Nokia einen Dreck. "Zu den 2.300 fest Beschäftigten und bis zu 1.000 Leiharbeitern muss man von weiteren rund 1.000 Betroffenen bei Zulieferbetrieben ausgehen", so Wolfgang Nettelstroth, Pressesprecher der IGM-Bezirksleitung NRW, zu "rf-news". Gerade Frauen sind besonders betroffen - viele sind alleinerziehend und würden durch die Schließung ihren Verdienst verlieren. Vor einem Jahr wurde das BenQ-Werk in Kamp-Lintfort dichtgemacht - viele ehemalige Kollegen von BenQ arbeiten jetzt im Bochumer Werk.

Nokia ist der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen. Das Monopol hatte im 3. Quartal 2007 einen sprunghaften Anstieg von 69 Prozent beim "operativen Gewinn". "Unsere Mitarbeiter - die Basis unseres Erfolgs", heißt es im Nokia-Geschäftsbericht 2007. Allerdings - und dafür gibt es jetzt kaltschnäuzig den Entlassungs-Tritt? Da ist nicht mehr von "Sozialverträglichkeit", "sozialem Klimbim" usw. die Rede. "Gewinnstreben ist das treibende Element der Marktwirtschaft", sagt der Unternehmer-Propagandist Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts, inzwischen ganz offen. Das ist die nackte Fratze des Kapitalismus!

Kämpfen wie bei Opel!
Es kann nur eine Devise geben: Kampf um jeden Arbeitsplatz auf Kosten der Nokia-Profite! Denn es zeigt sich, dass es ein Irrweg war, sich auf die Erpressung von Zugeständnissen einzulassen mit dem Argument der "Arbeitsplatzsicherung".
"Kämpfen wie bei Opel" ist der einzig erfolgversprechende Weg im Kampf um die Arbeitsplätze. Die Opel-Kollegen in Bochum haben mit einem mutigen Streik 2004 die Stilllegungspläne der Opel-Bosse zu Fall gebracht - sie werden mit Sicherheit an der Seite ihrer Kollegen bei Nokia stehen!

Hier gibt es nichts zu resignieren - notwendig ist es, mutig nach vorne zu gehen! Es wird ein harter Kampf auf der Tagesordnung stehen, in der die Gewerkschaften entschieden zu Kampforganisationen gemacht werden müssen und gegebenenfalls auch selbständig gehandelt werden muss. Entscheidend ist für die Arbeiter und Angestellten, sich nicht in Konkurrenz treiben zu lassen, sondern die Einheit zu festigen: zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitern, zwischen den Kollegen in Deutschland und Rumänien. 

In einer Situation, in der die Berliner Große Koalition heftig angeschlagen ist, hat dieser Kampf von Anfang an politische Bedeutung und muss auch gegen die Regierung geführt werden: Mit Gesetzen wie Hartz IV konnten die Monopole den Niedriglohnsektor sys­tematisch ausbauen.

Dieses menschenverachtende System wird von immer mehr Menschen inzwischen in Frage gestellt. Die MLPD tritt für den echten Sozialismus ein - eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Und sie wird ihr ganzes Know-how zur Verfügung stellen, damit die Kollegen entschlossen und zielklar den Kampf für ihre berechtigten Interessen führen können.

Die Schließung muss vom Tisch – ohne Wenn und Aber!
Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!


(Hier kann das Flugblatt im PDF-Format heruntergeladen werden)



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