Nokia: Auf zur Großdemonstration – die Schließung muss vom Tisch!
"Aus
ganz Deutschland und dem Ausland kommen Sympathie und Solidarität für
die um ihre Arbeitsplätze kämpfenden Kolleginnen und Kollegen bei
Nokia. Tausende wollen zur Protestdemonstration am Dienstag, den 22. Januar nach Bochum kommen. Bei Opel will
die Frühschicht die Bänder abstellen und zur Demonstration gehen. Die
Spätschicht beteiligt sich ebenfalls. Das ist genau richtig. Höchste
Zeit, dass das Revier wie 2004 beim Opel-Aktionstag geschlossen
den Arbeitsplatzvernichtern und Ausbeutern die rote Karte zeigt.
Zugeständnisse erpressen und dann doch Arbeitsplätze vernichten, das
kennen Hunderttausende im Ruhrgebiet und ganz Deutschland. Auch
Schulklassen, Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Selbständige,
Familien und Angehörige gehören auf die Demonstration. Ob Nokia ohne
einen ernsthaften Kampf aufgegeben wird - das ist bedeutsam für alle!
Die MLPD wirbt in ganz NRW für die breiteste Teilnahme an dieser Demonstration und unterstützt den Gedanken der Solidaritätsstreiks. Die IG Metall als Kampforganisation muss gestärkt werden!
Immer
wieder hört man, dass trotz Schließungsbeschluss im Nokia-Werk in
Bochum gearbeitet würde. Das stimmt nicht! Statt wie normal
Zehntausende Handys liefen am 17. Januar gerade einmal 1.300 vom Band.
Von normaler Arbeit kann keine Rede sein - "Bummelstreik" und überall
Diskussionen, wie es weitergehen soll.
Doch einige Ratschläge, wie der Kampf geführt werden soll, sind äußerst zweifelhafter Natur:
•
"Nokia-Produkte sollen boykotiert werden", wird gepredigt. Sollen wir
stattdessen Siemens/BenQ-Telefone holen, die das Werk im Kamp-Lintfort
geschlossen haben oder lieber Motorolas, die in Flensburg dichtgemacht
haben?
• Ausgerechnet jetzt geben zweifelhafte Freunde die Parole
aus, ruhig weiter zu arbeiten und die Verhandlungen nicht zu stören.
Wie lange sollen die Kolleginnen und Kollegen warten? Bis die
Produktion in Rumänien endgültig läuft und Nokia nicht mehr auf die
Handys aus Bochum angewiesen ist?
• SPD- und
Gewerkschaftsfunktionäre wettern gegen einen Streik und die MLPD. Die
Opel-Beschäftigten erinnern sich noch gut daran, wie die komplette
SPD-Spitze 2004 gegen den Streik gehetzt hat. Nur: ohne diesen Streik
gäbe es Opel Bochum nicht mehr.
• "Wer jetzt streikt, gefährdet
seine Abfindung" - damit wird Druck gemacht. Das zeigt vor allem die
Angst vor einem Streik. Und, dass bereits über Abfindungshöhen beraten
und der Kampf um alle Arbeitsplätze schon aufgegeben wird. Auf der
gleichen Kapitulationslinie liegt das Argument, dann soll es wenigstens
"die teuerste Werksschließung, die NRW je erlebt hat", werden.
•
"Die Nokia-Beschäftigten sollen sich auf die Regierung verlassen". Wie
bitte? Es waren doch diese Regierungen in Berlin und Düsseldorf, auf
deren Mist die ganze Politik der Subventionierung der
Unternehmerprofite gewachsen sind. Es sind die Rüttgers und Co., die
selbst tausende Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst vernichten. Sollen
das plötzlich die Fachleute für den Kampf um jeden Arbeitsplatz sein?
Jetzt
ist der Zeitpunkt, wo Nokia in Bochum noch hunderttausende Handys
produzieren will und muss. Ein unbefristeter Streik ist jetzt das
Mittel der Wahl. Er hätte die volle Solidarität der gesamten
Arbeiterklasse und der breiten Massen. Je früher er eingesetzt wird,
desto größer die Aussicht auf Erfolg. Rücksicht ist wohl das Letzte,
was die Nokia-Bosse verdient haben.
Die Nokia-Kollegen müssen selbst entscheiden!
Betriebsräte und Gewerkschafter, wie die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach,
warnen davor, mit der MLPD zu sprechen oder sich mit den
kampferfahrenen Opelanern auszutauschen. Versammlungen wurden eigens
ins Werk verlegt, damit sie von Solidarität und dem offenen
Meinungsaustausch abgeschnitten sind. Kollegen berichten, wie auf
Info-Stunden über die MLPD gehetzt wird. Sind wir hier im Stasi-Land?
Wer die Diskussion scheut, der zeigt vor allem, wie schwach seine
Argumente sind. Leute die bereits 2001 an Betriebsvereinbarungen zu Arbeitsplatzvernichtung beteiligt
waren, haben allen Grund, die offene Diskussion zu verhindern. Ihr Weg
führt in die Sackgasse und deshalb soll die Diskussion über
Alternativen unterbunden werden. Nicht die MLPD will den Kolleginnen
und Kollegen etwas aufzwingen, sondern Nokia und offenbar auch so
mancher (SPD)-Funktionär.
Kommt alle zur Demonstration! Bringt
Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn, die ganze Familie und Kinder mit!
Solidaritätsaktionen bis hin zu Streiks sind das Gebot der Stunde!"
Das Flugblatt kann als pdf-Datei hier heruntergeladen werden.
