Rote Erde - Land an der Ruhr...
Das Stück von A. Novacki handelt von der größten deutschen Zechenkatastrophe vor genau hundert Jahren auf der damaligen Zeche Radbod. Es zeigt, wie arme polnische Bauern vom Elend getrieben sich auf in den Westen machten. Ihre Hoffnung auf der Roten Erde, dem Land an der Ruhr, zu Wohlstand zu kommen, wurde brutal vernichtet.
Die Arbeiter erlebten Lohndrückerei, verschärft durch die von den Kohlebaronen gesäte Zwietracht und Konkurrenz. Sie arbeiteten ständig in Lebensgefahr, weil die Werksleitung aus Profitgier alle Warnungen über drohende Schlagwetter in den Wind schlug. Dem Grubenunglück vom 12. November 1908 fielen über 350 Bergleute zum Opfer.
In bewegenden Szenen wurde der grelle Gegensatz zwischen der Trauer und Wut der Frauen, die ihre Männer und Söhne verloren hatten, und den arroganten sich sogar in dieser Situation selbst beweihräuchernden und geldgierigen Vertreter der herrschenden Klasse in Szene gesetzt. Wie nicht anders zu erwarten, verkündete die zuständige Gerichts-Strafkammer des Landgerichts Münster im Jahr 1911 die Straffreiheit aller verantwortlichen Leitungskräfte und Beamten der Zeche Radbod.
Es kam zu Demonstrationen und Kämpfen, aufgrund derer das offene Licht
unter Tage verboten wurde und modernere Grubenlampen eingeführt wurden.
Die Antwort der Arbeiter wurde mit dem alten Arbeiterlied untermalt:
"Brecht das Doppeljoch entzwei
brecht die Not der Sklaverei
brecht die Sklaverei der Not
Brot ist Freiheit, Freiheit Brot ..."
Gäste aus Kasachstan bekundeten mit Tränen in den Augen, dass sie das Stück trotz Unkenntnis der Sprache vollständig verstanden haben. Und dass hier "nicht Geschichte" aufgeführt wurde, sondern tägliche Realität in den Bergbaurevieren in Kasachstan heute. Die Zuschauer feierten zu Recht eine große schauspielerische Inszenierung und ein wertvolles Stück deutscher Bergarbeiterkultur.
Das Ensemble bietet das Theaterstück zu weiteren Aufführungen an. Anfragen über Termine und Konditionen unter sa.go@cneweb.de oder www.sago-kultour.de
