Nach dem 3:1 in Dortmund steht Duisburg kopf
In Duisburg
war der Bär los: Bis zu 250 Teilnehmer feierten ausgelassen drei Jahre
Montagsdemo. WDR 2 und Stadtfernsehen waren erschienen. Natürlich gab’s
das offene Mikrofon. Vor allem aber beherrschte die Jugend wie
noch nie das Terrain mit drei Rap-Gruppen, einer Breakdance-Truppe und
dem Auftritt der Rotfüchse mit ihrem neuen Lied. Gedichte,
Grußadressen, Kaffee, Kuchen, Cocktails an voll besetzten Biertischen.
Über drei Stunden Stimmung, auch mit unseren bewährten Musikanten. 23
schöne Urkunden gingen an verdiente Montagsdemonstrantinnen und
-demonstranten für ihre Treue, ihre aktive Mitarbeit, ihre kulturvollen
Beiträge. Viele waren gerührt und zogen gleich selbst stolz Bilanz.
Sogar die Polizei freute sich über ihre Urkunde für regelmäßige und
treue Teilnahme. Schließlich wurde ausgelassen getanzt, stolz, so zäh
und lange durchzuhalten, wild entschlossen, es weiter zu tun!
Heute wurde das Sommerfest, das heißt 3 Jahre Montagsdemo in Duisburg, gefeiert.
Das Wetter war schön und die Zuschauer waren zahlreich.
Die Rapper waren eingeladen und es wurde Hipp-Hopp-Musik gespielt. Ich bin ja leider ein etwas älteres Semester. Aber Hipp-Hopp steht für afro-amerikanische Straßenkultur der 70er Jahre, Bronx, Ghetto, Graffity und Breakdance, wie ich mich aus dem Internet belehren ließ.
D. sang das Lied vom Arbeitsamt, ein richtiger „Fetzer“.
Etwas Politisches musste auch sein. Betroffen sind die U25 in Duisburg. Mittlerweile wurden bereits etwa 500 Menschen auf 0 gekürzt. Sie leben praktisch von Gutscheinen, die sie in Geschäften einlösen müssen, gegen Lebensmittel, 25 € die Woche. Langzeitarbeitslosen wird demnächst das selbe Schicksal ereilen. Im Moment reden viele vom Schießbefehl in der DDR. Wenn jemand, und damit ist die Regierung gemeint, über die Preise oder über die Nichtversorgung Menschen verhungern lässt, schlägt dieses in das selbe Horn, nämlich in das Horn der ehemaligen DDR. Das System im hiesigen Westen ist mindestens genauso menschenverachtend wie im ehemaligen Osten. Auch hier werden die Menschenrechte verletzt, und nicht nur in China oder anderswo.
„Sklavenhändler, hast Du Arbeit für mich?“ war demnach auch ein Song für mich, der meine Begeisterung fand.
Besuch hatten wir von der Bottroper Montagsdemo, die in drei Wochen ihr Dreijähriges feiert.
Am Donnerstag, den 16. August 2007, findet um 18 Uhr 30 eine Veranstaltung des Internationalen Netzwerks gegen Rechts statt. Ort des Geschehens im Internationalen Zentrum, Duisburg.
