31. Duisburger Akzente: Theater-Vorstellung der Montagsdemonstranten in der Alten Feuerwache
Vor rund 150 Zuschauern kündigte Stefan Brandt (einer der Montagsdemo - Moderatoren) die Vorstellung der Montagsdemonstranten als ein "Spectaculum" an.
Es folgte ein bunt gemischtes Programm mit Liedern des Chores „todo cambia“, Sketchen der Duisburger Montagsdemoüber über die ARGE und eine ICH AG , „Pauli Kampfhund“ sang sein beliebtes Spottlied auf Liechtenstein und Deutschlands Bildungspolitik wurde unter die Lupe genommen. Erfahrene Künstler wie der Liedermacher Frank Baier, „Die Bandbreite“, Dusty Stony und Vesna Buljevic reihten sich in das „Spektaculum“ ein.
Geboten
wurde Kultur von unten, die Kultur der neuen Opposition auf der
Straße. Hierbei wurde nicht nur die Ausweglosigkeit des
kapitalistischen Systems aufgezeigt, ganz im Gegenteil: die Richtung
der Aufführung war durch eine klar aufgezeigte Perpektive bestimmt:
die des echten Sozialismus. Und gerade dies machte den Reiz der
Veranstaltung aus. Menschen des Alltags brachten jene Ehrlichkeit der
Aussage rüber, die jeden Abstand zum Publikum sofort
überbrückte.
Als Stefan Brandt die Vorstellung schloss, da wurde
das Ensemble begeistert und mit stehenden Ovationen gefeiert.
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zuvor war Brandt noch mit den Montagsdemonstranten zum Stadttheater
gezogen und hatte an zuständiger Stelle unter anderem nachgefragt,
warum der Beitrag der Montagsdemonstranten zu den "31.
Duisburger Akzenten" bislang noch nicht in die öffentliche
Förderung aufgenommen worden sei. Das soll nun neu geprüft werden,
und hätte man diese Entscheidung den Zuschauern des Dienstagabend
überlassen, so wäre das Votum nicht nur positiv, sondern auch
einstimmig gewesen. Doch auch so gibt sich Stefan Brandt
zuversichtlich: "Der Bitte, noch einmal in vier Wochen dort
vorzusprechen, kommen wir gerne nach ..."
Natürlich hatten
die Duisburger Montagsdemonstranten in ihrem Beitrag auch für ihre
wöchentliche Veranstaltung (jeden Montag um 18 Uhr in der Duisburger
Fußgängerzone am "Livesaver"-Brunnen) geworben. Und
natürlich hoffen sie nun auf weiteren Zulauf. Doch stolz waren sie -
und das mit vollem Recht - vor allem auf ihre künstlerische
Darbietung, auf den hohen Unterhaltungswert, auf sich selbst und auch
auf Fritz.
Zum Ausklang des gelungenen Abends saßen Darsteller und Publikum auf der Terrasse der „Alten Feuerwache“ bei erfrischenden Getränken und freundschaftlichen Gesprächen beisammen. Diese Veranstaltung war einzigartig, aber es zeichnet sich schon ab, dass sie nicht einmalig bleiben wird.
Duisburger Korrespondenz
mit freundlicher Unterstützung von Wolfgang Esser
