166. Montagsdemo vom 22. 10. 2007
Ein Montagsdemonstrant berichtete von der mittlerweile herrschenden Armut hier in Duisburg. Auf der Grabenstraße stehen die Leute mittlerweile massenweise an, um ihr Essen in einer Suppenküche zu bekommen. Es werden Lebensmittelkarten ausgeteilt wie zu Zeiten der Weimarer Republik. Dazu passt die Überschrift in der heutigen Bildzeitung, die von einer Inflation spricht, von einer Preissteigerung, die es jahrzehntelang nicht mehr gegeben hat (Strompreise, Ölpreise, Lebensmittel, alles wird teurer). Ein Grund ist sicherlich auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Profitgier der Konzerne.
Streiks überziehen das Land. Zu erwähnen ist der Lokführerstreik der GDL, ein oder 2 Lokführer sollen fristlos entlassen worden sein und ca. 50 Abmahnungen sollen erteilt worden sein. Viele kommen daher verspätet zur Arbeit, aber ich denke, ein Streikrecht muss sein, sonst machen die Oberen mit uns, was sie wollen. Auch in Rom (Italien) kam es zu einer Massendemonstration von einer Millionen Menschen. Auch dort dasselbe Bild wie hier. Das Rentenalter soll erhöht werden. Aber in Italien kennt man zumindest ein allgemeines Streikrecht.
Zur zwischenzeitlichen Aufmunterung waren ein paar Rapper wieder zugegen.
In der Sache unseres Leiters der Montagsdemo wurde ein offener Brief an unseren OB Herrn Sauerland verlesen. Dieser Brief soll an alle Fraktionen, die im Rat der Stadt vertreten sind, geschickt werden. Es wurde noch einmal ausführlich dargelegt, dass wir Montagsdemonstranten und insbesondere unser Leiter keinen Hausfriedensbruch begangen haben und somit auch kein Geld bezahlen werden müsse (300 €). Es müsste am Ende eigentlich ein Freispruch stehen. Dazu könnte die DVG (in deren Aufsichtsrat Herr Sauerland sitzt) auch beitragen, indem sie ihre Anzeige zurückzieht.
Nach der Montagsdemo marschierten wir noch zum DGB-Haus, wo es eine abschließende Diskussion um den Duisburg-Pass gab. Es soll ein Bürgerantrag, wozu 8.000 Stimmen notwendig sind, oder sogar ein Bürgerbegehren, gestellt werden. Unterhalten wurden wir zwischenzeitlich von einem Musiker, der erzählte, wie die Leute früher um ihre Rechte gekämpft hätten, und wie so manch eine stämmige Bergarbeiterfrau den Politikern das Fürchten gelehrt hat. Zu erwähnen sei auch noch das Auftreten einiger Ratsherren der Stadt Duisburg in Wuhan (China). Die Reise soll 300.000 € gekostet haben, von Saufgelagen war die Rede. Für dieses Geld hätte man bereits den DU-Pass finanzieren können. Natürlich sind wir für die Städtepartnerschaft mit Wuhan und der Kontakt sollte auch nicht abreißen, schließlich haben wir im Zoo auch einen schönen chinesischen Garten. Aber etwas Kultur kann man auch von unseren Stadtobersten erwarten. Ein nächstes Treffen ist geplant am 12. 11. 2007 um 19 Uhr 30 (nach der Montagsdemonstration, möglichst wieder im DGB-Haus).
Am nächsten Sonntag soll um 17 Uhr vor dem Spiel gegen den HSV auch eine Aktion stattfinden. Es geht, glaube ich, um eine Verlosung (Ausrichter: Stadtwerke, Wochenanzeiger?). Aber genaues weiß ich darüber noch nicht.
