„Duisburger Frauen im Widerstand gegen Faschismus“
Die neu erstellten Tafeln zum Widerstand der Duisburgerinnen gegen das NS-Regime wurde erstmals am Internationalen Frauentag am 8. März 2008 im Rahmen einer Veranstaltung des ver.di-Frauenrates im Duisburger ver.di-Büro vor- und aus-gestellt.
Diese Frauentafeln sind in Zusammenarbeit zwischen dem „Duisburger- Netzwerk-gegen-Rechts“ und der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen) Duisburg entstanden. Sie wurde von Anne Bertram, Anette Altendorf und Manfred Tietz erarbeitet. Manfred Tietz, Historiker und verantwort-lich für Geschichtsarbeit der VVN/BdA Duisburg, ist u.a. Autor der Bücher „Tatort Duisburg 1933-1945 – Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus“.
Die Tafeln werden Teil der bestehenden VVN Ausstellung „Tatort Duisburg 1933-1945“ im Dokumentationszentrum „Wilhelmine Struth/Mattias Thesen“ in der Gemeinschaftsgrundschule Kasslerfeld. Das Besondere dieser Ausstellung ist die Dokumentation des Widerstandes durch die, welche ihn damals selbst geleistet haben. Bisher fanden die Führungen meist durch „ZeitzeugInnen“, wie Bruno Bachler, der als politischer Häftling im KZ Buchenwald war, statt. Der Schwur der Ex-Häftlinge von Buchenwald: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ steht für das Gedenken an die Verfolgung und den Widerstand und für den heutigen Kampf gegen faschistische Gefahr.
Die bestehenden Ausstellungstafeln zum Frauenwiderstand wurden mit dem Ziel überarbeitet, einen umfassenderen Überblick über den von Duisburgerinnen geleis-teten überwiegend politisch-organisierten, aber auch christlich-humanitären, Widerstand anhand konkreter Frauen-Biographien zu geben. Durch die einheitliche Gestaltung und klare Gliederung der Tafeln soll die Lesbarkeit erleichtert werden. Bisher sind 10 von insgesamt 15 geplanten Frauentafeln fertig gestellt.
Frauen des Widerstandes werden in vielen Veröffentlichungen nur am Rande genannt. Ziel dieser Tafeln ist es, diese Frauen und ihren Widerstand in den Mittel-punkt rücken und ihnen den gebührenden Platz in der Geschichte einzuräumen. Ihr Widerstand war kein von Männern isolierter Widerstand – sondern ein überwiegend innerhalb der politischen Organisationen gemeinsam getragener. Viele Frauen haben sich aber auch in Frauengruppen für Aktionen zusammengeschlossen bzw. in Frauenorganisationen gegen das extrem frauenfeindliche faschistische Regime gekämpft und besondere Widerstandsformen dabei entwickelt.
Bei Interesse an der Besichtigung und Führung durch die Gesamtausstellung „Tatort Duisburg“ oder an der Ausleihe der Tafeln zum Frauenwiderstand senden Sie bitte ein mail an das „Duisburger-Netzwerk-gegen-Rechts“ oder die VVN/BdA Duisburg.
