Schicht auf Zeche Walsum
Auf große Kritik unter der Bevölkerung stieß die Art und Weise, wie die RAG-Tochter Deutsche Steinkohle (DSK) und die IGBCE-Führung die Verabschiedung der Bergleute veranstaltet hatte. Nur die Aktiven mit ihren Familien und einige wenige Gäste, vor allem SPD Funktionäre, waren zur Abschlussfeier auf dem Werksgelände geladen. Ehemalige Kumpel, die Bevölkerung, selbst die lokale Presse waren ausgeladen. Es war geradezu eine Unverschämtheit, wie der Betriebsratsvorsitzende Michael Hörning es in der Ansprache begründete: Man wolle unter sich sein, weil die Bergleute in der Bevölkerung nicht beliebt seien. Auf Initiative der Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF" wurde dagegen eine Woche zuvor auf dem belebten Franz-Lenze-Platz eine öffentliche Verabschiedung der Kumpel aus Walsum veranstaltet. Hier kamen die Betroffenen selbst zu Wort. 
In vielen Kulturbeiträgen, unter anderem mit dem Ruhrpott-
Liedermacher Frank Baier, wurde die Arbeit der Bergleute, aber auch der mutige Kampfwille der Bergarbeiterfrauen gewürdigt und in Erinnerung gerufen.
Zukunftsweisend wurde das Internationale Bergarbeiterseminar vorgestellt, was auf großes Interesse der Anwesenden stieß.
„Wir haben die Zechenschließung nicht verhindert, wir haben eine Schlacht verloren aber der Krieg gegen die internationalen Bergbaukonzerne ist noch lange nicht zu Ende, Glück auf" meinte ein Kollege nach der Kundgebung in einem Gespräch.
Wolf-Dieter Rochlitz
