Ob Klinikum oder Zeche – wir brauchen Arbeitsplätze und Zukunft für unsere Jugend!

Erklärung der Betriebsgruppe der MLPD am Klinikum Duisburg 23. Juni 2008

Vom 28.-31. August lädt die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ zum 3. Internationalen Bergarbeiterseminar nach Gelsenkirchen ein. Angesagt haben sich bereits Bergleute aus 21 Ländern. Warum ist es richtig, wenn auch wir an diesem wichtigen Erfahrungsaustausch teilnehmen?

1. 6 Millionen Bergleute weltweit sind eine wichtige Kraft der Arbeiterbewegung, die gelernt haben, hart zu kämpfen. In Bolivien und Rumänien haben sie korrupte Regierungen gestürzt. Der Streik der Bergleute 1997 war der Anfang vom Ende der Ära Kohl.

2. Wir müssen lernen, wie man einen Kampf international organisiert und sich über Branchengrenzen hinweg zusammenschließt. Auch das Gesundheitswesen wird im Zuge der Privatisierung weltweit zusehends von internationalen Konzernen beherrscht.

3. Täglich wird in den Medien erzählt „alles gelaufen – der Bergbau ist ein Auslaufmodell“ Alle Meinungsumfragen bestätigen, wenn die Bergleute kämpfen, steht das Ruhrgebiet hinter ihnen. Die Bergleute haben unsere Kämpfe im öffentlichen Dienst unterstützt, und wir unterstützen uns jetzt gegenseitig im Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze!

4. Die Zeche Walsum wird geschlossen und gleichzeitig ein Riesen-Kohlekraftwerk gebaut, welches unser Klima zerstört. Die Kohle wird dann aus China dafür importiert. Kohle ist ein wertvoller Rohstoff und zu schade um verbrannt zu werden, wir brauchen sie für Pharmazie und Chemie und Umwelttechnologien, Karosseriebau usw. Wir wollen Arbeitsplätze und eine gesunde Umwelt!

Jeder kann dieses zukunftsweisende Seminar unterstützen!

- Du sprichst polnisch, türkisch oder eine andere Sprache? Dann melde dich doch als Übersetzer!

- Einen Kuchen würdest du backen? Super – auch das ist eine wichtige Spende.

- Du unterstützt die weite Reise der Kumpels z.B. aus Peru? Dann kauf doch eine Soli-Meile...

Sprich einfach den Verteiler des Flugblatts an!

Oder wende Dich direkt an die Kontaktadresse der MLPD Duisburg-Niederrhein:
Genja Scheller, Elisabethstraße 4, 47226 Duisburg, 02065/ 58 123
duisburg@mlpd.de


Neues von Schwester Sonja:

Vor ein paar Tagen traf ich Agnes – Ihr wisst schon: unsere ehemalige Kollegin aus Walsum. Sie musste ja hier auf der Station den Job aufgeben, weil ihr Kreuz die Maloche nicht mehr mitmachen konnte. Wir haben uns gefreut über das Wiedersehen.

Und da fragt mich die Agnes doch direkt: “Sonja, kommste mit auf´s internationale Bergarbeiterseminar Ende August?”

Ich war irritiert. “Was soll ich denn da?”

Na, 1. Kennst du mich als Bergarbeiterfrau. Und 2. Haben wir uns ja schon viel darüber unterhalten und gestritten, ob der Bergbau nun bleiben oder besser dichtgemacht werden soll und 3. Wann hast du hier schon mal was darüber erfahren, wie die Bergleute in Südafrika, China oder Polen leben und kämpfen?”

Als dein Sohn damals als Azubi auf dem Pütt anfing, da dachte ich: Mensch Junge, das hat doch keine Zukunft.”

Agnes: “Mit der Schließung von Zeche Walsum ist auch für die Azubis dort Schluss. Mein Sohn und andere werden erst mal nach Hamm versetzt, der Junge wird sich wohl ein Zimmer suchen müssen, wie soll er sonst täglich zur Arbeit kommen? Und hunderte Ausbildungsplätze werden vernichtet.”

Ich fragte: “Ist er nicht stinkesauer?”

Ja klar. Sie reden aber auch viel mit ihren alten Kollegen, ob man jetzt kämpfen soll oder auf einen Sozialplan hofft. Dass keiner ins Bergfreie fällt – das glauben die schon lange nicht mehr!“

Lohnt sich denn so ein jugendlicher Kampfgeist überhaupt?”

Agnes guckt erstaunt. “Das fragst du mich? Natürlich lohnt sich das. Wir zwei waren doch damals am Klinikum dabei, als die Azubis um die Übernahme gekämpft haben. Dann habe ich ja mitgekriegt, dass vor 2 Jahren der Isenberg ein ganzes 1.Lehrjahr feuern wollte.”

Ich erinnere mich: “Ja, da haben Junge und Alte zusammengehalten und dem Isenberg die Stirn geboten. Mannomann. 6 Ver.di-Kollegen wollte er dann fristlos kündigen...”

...ich weiß, war auch mal im Solizelt, tolle Sache! Und dann wurde der Isenberg selbst gefeuert, ich hätte mich kringeln können. Und wie sieht es denn jetzt überhaupt aus mit euren neuen Chefs?”

Letztes Jahr haben sie zwar eine Reihe Azubis übernommen – SANA und die Geschäftsführung wollten wohl Eindruck schinden. Aber dieses Jahr zeigen sie bereits ihr wahres Gesicht: bis jetzt sollen nur wenige übernommen werden. Eine Sauerei, wir brauchen sie dringend auf den Stationen und die Jungen brauchen dringend einen festen Arbeitsplatz...da sind so tolle Mädels und Bengel dabei”

Siehste”, sagt Agnes und lächelt verschmitzt. “Ist das nicht ähnlich wie im Bergbau? Haben Krankenschwestern und Kumpel nicht gemeinsame Interessen, Wünsche, und Träume für die Zukunft?”

Na eigentlich...”sag ich.

Was ist, Sonja, kommst du nun mit aufs Bergarbeiterseminar?”


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Münster: "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution".
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