Berüchtigter Klinikleiter Isenberg fristlos gekündigt

03.09.07 - Der bundesweit berüchtigte Geschäftsführer des Klinikums Duisburg, Reinhard Isenberg, wurde am 1.9.07 fristlos entlassen. Er hatte sich durch die fristlose Kündigung von 6 verdi-Vertrauensleuten im März 2006 und in den monatelangen bundesweiten Protesten dagegen als besonderer Scharfmacher gegen die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung exponiert.

Bereits am 30.8. wurde bekannt, dass ihm Unterschlagungen im Bereich von 400.000 € und andere "Unregelmäßigkeiten" vorgeworfen werden und die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. Jetzt jammert Isenberg lauthals in der örtlichen Presse, er sei von der Geschäftsführung des Mitgesellschafters SANA rüde und im Kommandoton behandelt worden, beteuerte seine Unschuld und will vor dem Arbeitsgericht gegen seine Kündigung vorgehen. In der Tat wurde deutlich, dass der Klinikkonzern SANA (hinter dem die Privatversicherungen Deutschlands und damit auch die mächtige ALLIANZ-Gruppe stehen), der seit kurzem 49% Anteile am Klinikum erworben hat, sich bereits wie der Alleinherrscher aufführt. Interessant ist, dass jetzt auch das gesamte Management und die Geschäftsführung von SANA übernommen werden, obwohl die Stadt Duisburg noch 51% der Anteile hält. Gegen die weitere Privatisierung und Ausverkauf der ehemaligen Städtischen Kliniken an den profitorientierten
SANA-Konzern richtete sich ein im Juli abgeschlossenes Bürgerbegehren in Duisburg. Es wurde auch sofort deutlich gemacht, dass die neuen Herren sich Freudenbezeugungen der Klinikums- Kollegen über Isenbergs Entlassung verbaten und dagegen einschritten.
Die Forderung nach Rücktritt Isenbergs wegen seiner schändlichen Rolle gegen die verdi-Vertrauensleute und den Verdi-Streik vom Frühjahr 2006 ist somit nur vom Ergebnis her erfüllt, die Forderung nach einer Entschuldigung Isenbergs bei den Kollegen bleibt bestehen. Die Belegschaft und die Duisburger Bürger werden sich nun im Kampf gegen Klinikprivatisierung und ihre Folgen auf eine neue Etappe einstellen müssen - gegen SANA und die von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) repräsentierte Ratsmehrheit!
Herr Isenberg wird sich wohl in eine Reihe mit Leuten wie Peter Hartz einreihen, die sich erst aufbliesen und dann moralisch völlig diskreditiert vor Gericht wieder fanden. Gut unterrichtete Kreise bezweifeln, dass es zu einem Solidaritäts-Kreis für Herrn Isenberg reichen wird....

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